Amors Feder


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Amors Feder
Jüngst sah ich einen Knaben
Mit rosenroten Flügeln
An einem Rohre schnitzen.
Dacht’ ich: ‘S ist eine Feder:
Und bat darum den kleinen.
Er warf sie mir entgegen
Grad’ auf die Brust, und lachte.
Was hat er denn zu lachen?
Fragt’ ich mich selbst und setzte
Mich nieder, um zu schreiben
An meine gute Mutter.
Doch, ach, die arge Feder!
Ich kann kein andres Wörtchen
Damit, als Liebe, schreiben,
Und immer, wenn ich schreibe,
Denk’ ich an schmucke Mädchen.

Wilhelm Müller
(1794-1827
)

2 responses

  1. Thank you my dear Sue…wishing you a fantastic evening…hugs Helga

    2011/06/05 at 6:11 pm

  2. The poem you chose goes so well with the Painting Helga… beautiful…. Dreamwalker

    2011/06/05 at 1:27 pm