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Amors Feder


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Amors Feder
Jüngst sah ich einen Knaben
Mit rosenroten Flügeln
An einem Rohre schnitzen.
Dacht’ ich: ‘S ist eine Feder:
Und bat darum den kleinen.
Er warf sie mir entgegen
Grad’ auf die Brust, und lachte.
Was hat er denn zu lachen?
Fragt’ ich mich selbst und setzte
Mich nieder, um zu schreiben
An meine gute Mutter.
Doch, ach, die arge Feder!
Ich kann kein andres Wörtchen
Damit, als Liebe, schreiben,
Und immer, wenn ich schreibe,
Denk’ ich an schmucke Mädchen.

Wilhelm Müller
(1794-1827
)