Die Bewohner von Venedig


Die Bewohner von Venedig

Fakten: Einwohnerzahl: 268.934, davon auf dem Festland 176.621 in der Lagune 30.702 & 61.611 direkt im Zentrum. So baut sich Venedig auf und es zeigt sich, das Venedig eigentlich keine Weltstadt ist.

Im Vergleich: London hat 7,5 Millionen, Rom 2, 7 Millionen und nun ein etwas genauerer Vergleich… Kiel hat gerade ca. 237.000 Einwohner. Venedig die “Weltbekannte” Stadt ist nur etwas größer wie Kiel! Wieso ist sie so sehr bekannt?!

Venedig hat einfach nur durch seinen Aussehen (von der Kunst bis zu den Gebäuden) und seiner Geschichte diesen hervorragenden Ruf. Außerdem kann Venedig sich nicht wie andere Großstädte weiterentwickeln, da die Lagune nur begrenzt groß ist. Nur am Festland in Mestre ist eine eine Weiter Entwicklung möglich! Dazu steigen die Immobilenpreise in der Lagune stark an, da sich nur noch reiche dort niederlassen können. Dies trifft besonders die Bewohner die durch die früheren Generationen Wohnungen in der Lagune haben. Die Bewohne haben sich gedacht, warum soll ich in der Lagune leben? 1. Der Lebensunterhalt ist sehr hoch 2. Die Infrastruktur ist auf die Dauer nervend, besonders mit den Touristen 3. Viele Reiche bieten viel Geld für meine Wohnung… Warum zieh ich nicht aufs günstige Festland?! So denken viele Bewohner der Lagune. Daher sind bereits ein großer teil auf das Festland gezogen.

So zeigt sich Venedig mal von der anderen Seite: Hier ein Bild aus dem Festlandsteil.

Besonders Empfehlenswert ist, sich hier ein Hotelzimmer zu nehmen, da diese in Mestre wesendlich günstiger sind als in der Lagune selber. Die Bus und Zugverbindung ist wirklich sehr gut und bietet gerade Reisende die knapp bei Kasse sind eine gute Ausgangsbasis.

Zurück in die Lagune… Diese Bilder sind in Venedig selber aufgenommen.

Ich glaube diese Bilder sprechen für sich!

Nun zurück zu den Urbewohnern der Lagune…

Jenseits vom Markusplatz reparieren Männer die Boote, Frauen binden Blumensträuße, Kinder spielen Fangen. Etwas entfernt von den Touristenströmen lässt sich ein Venedig ohne Trubel genießen.

In den Gassen flattert die Wäsche, im Schatten dösen Hunde und aus den Häusern dringen Stimmen. Während die Touristenmassen am Markusplatz fast nicht zum Aushalten sind, gibt es nur wenige Gehminuten entfernt ein ungewöhnlich gemütliches Venedig.

Dafür muss man allerdings nach Castello, Dorsoduro oder Cannaregio* (siehe Stadtteile Venedigs) schlendern. Castello ist einer der originärsten Stadtteile. Hierhin verirren sich nur wenige Touristen.

Verlässt man die Wasserseite und wendet sich über die Via Garibaldi dem Stadtinneren zu, taucht man in eine andere Welt ein: Waren eben noch tausende Touristen um einen herum, so ist von dieser beengenden Hektik plötzlich nichts mehr zu spüren.

Stattdessen trifft man ältere Damen und Herren die einen Plausch auf den Bänken in den Gassen halten und Kinder spielen in den Fußgängerzonen Fangen. Das auffälligste Kennzeichen von Castello sind die Wäscheleinen, an denen vor den Fenstern und zwischen den Häusern weiße Unterhemden, blaue Hosen und rote Bettbezüge hängen. Das ist in den Touristenzentren der Stadt zwar verboten, weil die Wäsche dem Image schaden könnte, doch hier in Castello lassen sich die Bewohner diese Gewohnheit nicht nehmen.

Zur Mittagszeit läuft man meist alleine an den Kanälen, den Geschäften und unzähligen Kirchen entlang. Am Nachmittag erwacht aber auch in Dorsoduro wieder das Leben. Männer reparieren ihre Boote, Hausfrauen erledigen in den kleinen Tante-Emma-Läden ihre Einkäufe, und Handwerker tuckern mit ihren voll beladenen Kähnen durch die Kanäle.

Wer Glück hat, kann bei seinem Spaziergang auch einen Blick in einen der Privatgärten ergattern. Oder man kann an einer verborgen gelegenen Werft den Baufortschritt an einer der berühmten venezianischen Gondeln beobachten.

Über den Platz Santa Margherita und das sich anschließende Universitäts-viertel geht es über den Kanal Grande in den Stadtteil Cannaregio*. Rund um den Hauptbahnhof Venedigs drängeln sich zwar viele Besucher durch die Gassen, doch etwas weiter östlich erstreckt sich die Einkaufsstraße der Venezianer – die Strada Nova. In kleinen, oft noch familienbetriebenen Geschäften werden Kaffeespezialitäten, frische Wurstwaren und selbst gebundene Blumensträuße verkauft.

Wenn es etwas später geworden ist und die Tagestouristen die Stadt verlassen haben, kann man vom Canal Grande aus in Ruhe die ansonsten überlaufenen Attraktionen zumindest von außen bewundern. Dafür steigt man am besten in ein Vaporetto, sichert sich einen Platz an der Spitze und lässt sich über den Canal fahren, in dem das Licht der untergehenden Sonne schimmert.* Das Typische Italienische Leben, so wie es in jeder “Normalen” Italienischen Stadt vor sich geht.

Nun habe ich einen Bericht für Sie herausgesucht von einem alten Venezischen Einwohner der seit Jahren in der Lagune wohnt und davon berichtet, wie das Alltagsleben durch die Touristenmassen zerstört wird:

Die Touristenmassen sind die, die alle Deiche sprengen – fast 16 Millionen Besucher kommen pro Jahr. “Das hält Venedig nicht aus”, sagt er.

Allein Anfang Mai strömten an einem ganz normalen Tag ohne Biennale oder Karneval

150 000 Menschen in die Stadt. Das sind fast drei Mal so viel Personen wie noch im historischen Zentrum auf den Laguneninseln wohnen.

Und die werden immer weniger. Der Schriftsteller Daniele Del Giudice, der eine Wohnung gleich hinter dem Markusplatz hatte, erzählt, dass er bis vor kurzem hier noch zum Bäcker gehen und am Kiosk nebenan eine Zeitung kaufen konnte. Im Tabakladen gab es Zigaretten und in der kleinen Bar genoss er seinen Espresso.

Nichts geht mehr: Innerhalb weniger Monate sind alle diese Läden samt Bar verschwunden und haben Andenkengeschäfte mit Masken “made in China” und einem Fastfood-Restaurant Platz gemacht.

“Ohne Brot, Zeitung, Zigaretten und Espresso”, klagt Del Giudice, “gibt es keine Zivilisation.” Auch er ist weggezogen. Statistiker haben errechnet, dass bei anhaltendem Trend um das Jahr 2040 der letzte in Venedig Geborene das historische Zentrum verlassen könnte.

Die wenigen Jugendlichen, die noch auf den Inseln leben, fahren abends in die Peripherie nach Mestre, um eine bezahlbare Pizza zu essen, in eine Disko zu gehen oder sich einen Film anzugucken. In der Stadt der Biennale gibt es zwischen Lido und Piazzale Roma gerade mal zwei Kinosäle.

Wenn eine Wohnung frei wird, weitet sich der Hotelier von nebenan aus, oder es entsteht ein Bed & Breakfast, das schon mal mit mehr als 150 Euro pro Nacht mit Gold aufgewogen wird. Frau Permutti erzählt das Bonmot, dass ihre Bekannten, die Venedig besuchen wollen, jetzt kein Bed & Breakfast, “sondern Stuhl und Stulle” suchen.

Ich lasse diesen Kommentar so im Raum stehen… jeder kann sich seine eigene Meinung darüber machen.

DER KARNEVAL VON VENEDIG

Die Bürger Venedigs feiern aber zudem Karneval und dies hat eine sehr lange Tradition! Beim Stichwort “Karneval” denkt man zuerst an den Karneval von Rio und dann wahrscheinlich ziemlich schnell einmal an Venedig. Beide Karnevals sind sehr interessant aber natürlich absolut nicht miteinander zu vergleichen.

Der Karneval von Venedig wurde von Napoleon verboten und erst ca. 1980 in seiner jetzigen Form auf Betreiben des Tourismusgewerbes wiederbelebt.

Der venezianische Karneval dauert genau 10 Tage, beginnt am Wochenende vor dem “normalen” Karneval und endet am Aschermittwoch. Jedes Jahr findet er unter einem anderen Motto statt.

Neben den klassischen Masken aus Venedig, den Masken der commedia dell’arte und historischen Kostümen finden sich dort immer mehr Fantasiemasken (auch “Tüllmonster” genannt) von zum Teil hoher künstlerischer Qualität. Die Masken erfüllen meist den Zweck sich zu zeigen bzw. gesehen zu werden und ziehen daher auch zahlreiche Touristen, Schaulustige und Fotografen aus allen Länder an.

Während des Karnevals steigen die Preise in Venedig ziemlich an. Fast immer sind auch die Hotels schon Wochen und Monate vorher ausgebucht.

Einige Eindrücke:

Im Gegensatz zu Rio de Janeiro ist der Karneval in Venedig anders. Hierbei geht es viel ruhiger zu und es geht eher um die künstlerische Darstellung. Prachtvolle Kostüme verdecken den gesamten Körper. Die Masken wirken geheimnisvoll, stillschweigend und bedrückend. Sie sind oft Silber, Gold und Schwarz. Auch ein Hellblau (wie dem Wasser gleich) zieren die Kostüme.

In Rio hingegen sind die Feiern genau anders: Freizügig, sehr Farbenfroh und weit ausgelassener. Im Gegensatz zu Venedig spielen dort Alkohol, laute Musik und viel Flirten eine wichtige Rolle.

Wenn ich von den typischen Italienern von Venedig spreche, muss ich von allen Italienern reden, da die Bewohner von Venedig ja nicht anders sind als die anderen.

http://www.nf-bildung.de/jass-venedig/aufbau.htm

4 responses

  1. WOW!!!!.. Thank you Helga.. I have been to many European Countries but Venice is one I have not yet been.. So thank you for my guided tour..
    And for the information you have given here.. I love the photo’s and the traffic light system for walking of pedestrians down the Very narrow stairs made me smile..
    Some of the streets in the old towns in Italy I have walked are very narrow, and I just love the old cobbled roads and the buildings all have a statement to be made, and I imagine they all could tell us a tale or two of the history that has happened behind their walls..
    Thank you once again Helga, and Love your NEW SPRING theme.. 🙂 Sue xx

    2011/02/25 at 10:02 am

    • Thank you dear Sue, for your kindly message. Yes, I also love the old Italian cities with their Historie. Years ago, I was once in Padua. I visited the old university and the teaching room of Galileo Galilei. It was an overwhelming feeling that I was in his classroom, could see his teaching platform. A touch of respect, humility weird around me. I have never experienced such a feeling. Wish you a blessed weekend…best regards Helga xx

      2011/02/25 at 1:59 pm

  2. Hallo liebe Helga,sehr interessant .Ich kenne ja eigentlich Venedig auch sehr gut,aber so gut wusste ich auch nicht bescheid.Und obwohl ich kein Karneval Fan bin,hat mich der von Venedig mit seinen wunderschönen Kostümen und Masken schon immer fasziniert.LG.Erika

    2011/02/23 at 3:04 pm

    • Danke liebe Erika, für dein Interesse. Habe schon ein schlechtes Gewissen,weil ich
      keine Zeit finde, dein schöne und interessante Seite zu besuchen.
      Ja, im Internet findet man immer wieder neue Informationen, es wird so
      nie langweilig. Liebe Grüße, findet bei dir auch Karneval statt. Ich lebe in einer
      Hochburg des Karnevals im Rheinland. So kann ich diesem Treiben auch nicht entgehen.
      Helga

      2011/02/24 at 9:15 am