Das ist mein Fenster


 

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Das ist mein Fenster. Eben
bin ich so sanft erwacht.
Ich dachte, ich würde schweben.
Bis wohin reicht mein Leben,
und wo beginnt die Nacht?

Ich könnte meinen, alles
wäre noch Ich ringsum;
durchsichtig wie eines Kristalles
Tiefe, verdunkelt, stumm.

Ich könnte auch noch die Sterne
fassen in mir; so groß
scheint mir mein Herz; so gerne
ließ es ihn wieder los
den ich vielleicht zu lieben,
vielleicht zu halten begann.

Fremd, wie niebeschrieben
sieht mich mein Schicksal an.
Was bin ich unter diese
Unendlichkeit gelegt,
duftend wie eine Wiese,
hin und her bewegt,

rufend zugleich und bange,
daß einer den Ruf vernimmt,
und zum Untergange
in einem Andern bestimmt.

Reiner Maria Rilke

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6 responses

  1. Vielen Dank liebe Jussara!

    2012/09/20 at 2:50 pm

  2. Wonderful entry my dear precious Helga.
    My best wishes to you!
    hugs, Jussara

    2012/09/16 at 11:25 am

  3. Arrh Helga, What beautiful poetry and to such a wonderful painting… I have stayed and looked upon every aspect of this painting.. The gold upon the cup, the Light on the silk of her gown.. Beautiful AMAZING!!!

    Thank you for sharing.. I have been delighted spending time here.. Dreamwalker ~ Sue ~

    2011/01/30 at 8:07 pm

    • Thank you dear Sue, I love this picture of Joaquin Sorolla very well. I always try to find a suitable poem for such images. This time I think I succeeded. Thank you for your interest. I’m so happy that we share this hobby. Best wishes and a nice, stress-free week. Helga

      2011/01/30 at 11:39 pm

  4. Wiedermal ein wunderschönes Gedicht und ein sehr schönes Bild dazu.LG.Erika

    2011/01/30 at 7:51 am

    • Danke liebe Erika, ja ich finde, ein sehr schönes Bild von Joaquin Sorolla und ein Gedicht von Rilke passen gut zusammen. Liebe Grüße und eine schöne stressfreie Woche…Helga

      2011/01/30 at 11:42 pm