Archive for 2010/09/01

Impromptu


 

Die betörenden Klänge

von Franz Schuberts

Impromptu f-moll

im Lautsprecher denke ich:

wie kann Schmerz so

wunderschön sein und wie

kann eine Melodie trösten

die allen Kummer dieser

Welt enthält

 

Ich sehe hinaus in die Nacht

und möchte weinen vor Glück

G.Rombach


Manche Tage


 

Manche Tage ist mir als

Müsste doch noch eine

Nachricht von dir kommen

Das Radio spielt eine

Mazurka von Chopin und

Draußen hält der Herbst

Seinen Einzug

Aber auch solche Tage kann

Man überleben

G.Rombach


Herbsttag


Photobucket

Herbsttag

 

HERR: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.

Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,

Und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;

 

Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,

Dränge sie zur Vollendung hin und jage

Die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.

 

Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,

Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben

Und wird in den Alleen hin und her

Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke
(Herbst 1902)


Herbst


Photobucket 

 

Herbst

Schon ins Land der Pyramiden

Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

 
Seufzend in geheimer Klage

Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

 
Nebel hat den Wald verschlungen,

Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

 
Nur noch einmal bricht die Sonne

Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

 
Und es leuchten Wald und Heide,

Dass man sicher glauben mag,
Hinter allem Winterleide
Lieg’ ein ferner Frühlingstag.

 
Theodor Storm